Am 07. Oktober startete die 78. Frankfurter Buchmesse. Die weltweit größte Messe für gedruckte und digitale Inhalte brachte in diesem Jahr wieder Hunderttausende Literaturbegeisterte und Fachleute in Frankfurt am Main zusammen.
Eine davon bin war auch ich.
Als Buchbloggerin hatte ich die Möglichkeit für eine Presseakkreditierung, was es mir ermöglichte, die Messe während der wesentlich ruhigeren Fachbesuchertage von Mittwoch bis Freitag zu besuchen. Eine Möglichkeit, die ich seit mehreren Jahren gerne nutze.
Ich hatte mir im Vorfeld einen Plan mit den Veranstaltungen, Lesungen und Gesprächen gemacht, die ich gerne besuchen wollte, und die Liste war lang. Die Verlage nutzen die Fachbesuchertage auch, um sogenannte Bloggerinnentreffen zu veranstalten, um ihre Multiplikatoren, wie sie uns gerne nennen, über das kommende Programm zu informieren. Manchmal sind auch Autor*innen eingeladen, um bei uns exklusiv für ihr Buch zu werben.
Mein Blog ist zu klein und zu wenig reichweitenstark, um zu allen dieser exklusiven Treffen eingeladen zu werden, aber doch zu den meisten. Ich muss aber doch sagen, dass ich mittlerweile wirklich nur noch zu sehr wenigen und ausgewählten Bloggerinnenveranstaltungen gehe, da ich meine Messezeit lieber für die sehr guten Gespräche, Diskussionen und Lesungen nutze.
Und natürlich für Treffen mit meinen liebsten Bloggerinnenkolleginnen, mit denen ich oft schon seit Jahren in Kontakt und Austausch stehe. Die Messe ist die einzige Gelegenheit im Jahr, bei der ich meine Bookies in real life treffe. Manche sehe ich oft das allererste Mal in echt und kann dann ihrem Account endlich ein Gesicht zuordnen.
Ich kann gar nicht alle Veranstaltungen, die ich besucht habe, einzeln erwähnen, möchte dir aber doch kurz von meinen Highlights erzählen.
Die Treffen mit Bloggerinnenkolleg*innen als eigentliches Highlight der Buchmesse

Besonders emotional erreicht hat mich die Diskussion auf der Bühne der Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung zum Thema: „Wann ist ein Mann ein Mann? Männlichkeit(en) heute“. Der Schriftsteller Heinz Helle sprach mit der Autorin Sophia Fritz über Männlichkeit heute, moderiert von der Geschlechterforscherin und Philosophin Geneva Moser. Das Gespräch erreichte von Anfang an eine Tiefe, die mich beeindruckte, genauso wie die Offenheit, mit der sich die Diskutierenden zeigten.
Bei den Gesprächen und Lesungen ist mir besonders Martin Piekar mit seinem Roman „Vom Fällen eines Stammbaums“ eindrücklich geblieben. Ich fand den Roman ziemlich großartig und auch auf der Bühne hat mich Piekar mit den Einblicken in die Hintergründe seines Buches überzeugt. Auch die Gespräche mit Anousch Müller und Lukas Bärfuss fand ich richtig toll.
Besonders gefreut hat mich auch die Begegnung mit dem Schriftsteller Salih Jamal, den ich schon länger kenne. Dessen neuer Roman „Suki“ wurde jetzt gerade veröffentlicht (Rezension auch bald auf dem Blog) und ist meiner Meinung nach bis jetzt sein stärkstes und hoffnungsvollstes Buch. Der Autor hatte für seine Lesung die Hörbuchsprecherin von „Suki“, Sabine König mit dabei, was live natürlich ein besonderer Genuss war.

Bei den Bloggerinnentreffen ist das von C.H. Beck für mich jedes Jahr ein Must-Go, da ich den Verlag und sein Programm sehr schätze und ich natürlich schon gespannt auf das neue Programm bin.
Neuerungen im Hallenkonzept
An der Aufteilung der Hallen hatte sich seit letztem Jahr einiges verändert. Die großen Publikumsverlage wurden auf zwei Hallen aufgeteilt und sollten so vermutlich für eine Entzerrung der Menschenmassen sorgen. Ob das gelungen ist, kann ich nicht sagen, da ich die Messetage Samstag und Sonntag auf Grund der krassen Überfüllung nicht besuche. Schon Freitag empfinde ich als grenzwertig, wenn ab 11 Uhr das Gelände für das Publikum geöffnet wird. Eine gute Sicht bei Lesungen zu haben ist dann quasi unmöglich, wenn man nicht schon 15 Minuten vor Beginn vor Ort ist. Nur leider kann man auch auf Grund der zunehmenden Besucher*innen nicht mehr so schnell den Veranstaltungsort wechseln, genauso wenig wie schnell die Toilette besuchen.
Wie üblich waren die Veranstaltungen mit der Gewinnerin des diesjährigen Buchpreises, der an Shida Bazyar für ihren Roman „Die Lücken“ ging, besonders gut besucht. Ich möchte den Roman jetzt auch noch lesen, nachdem ich bei einer Lesung mit Shida Bazyar dabei war.
Meine Bücher der Woche habe ich dann nächste Woche wieder für dich. Ich hoffe, du hattest auch Freude mit meinen ganz kleinen Einblicken in drei super aufregende Tage. Die Gefühle, die mich bei jedem Besuch durchfluten, kann ich nur ganz schwer in Worte fassen, sie schwanken zwischen großer Freude und unheimlicher Überforderung.
Dennoch: das Hotel für nächstes Jahr habe ich gerade schon reserviert.
P.S.: mein persönliches Highlight jenseits der Messe war das Laufengehen früh morgens am Mainufer. Da ich sonst nur sehr ländlich und einsam in der Rhön laufen gehe, hat es mich ein bisschen Überwindung gekostet, es auch in einer Stadt zu versuchen, aber es hat sich definitiv gelohnt. Es war ein echtes Erlebnis für mich.



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