Die Riesinnen von Hannah Häffner

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Die Riesinnen Hannah Häffner Rezension

Romane, die über mehrere Generationen gehen, sind jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsgenre. Oft fehlt mir dann die Tiefe für die einzelnen Figuren, oder ich verliere in den oft ausschweifenden Verwandtschaftsverhältnissen den Überblick.

Und tatsächlich hat mich „Die Riesinnnen“ von Hannah Häffner sehr an Maschiks Drei- Generationen-Porträt erinnert, allerdings nicht in dieser intensiven Konzentration. Denn wo Maschik mit 240 Seiten auskommt, erzählt Häffner wesentlich ausschweifender auf über 400 Seiten. Aber nicht weniger spannend.

Und beide eint der absolute Fokus auf die weibliche Perspektive. Es sind die Frauenleben, die auch bei Häffner kompromisslos im Vordergrund stehen. 

Sie beginnt ihren Roman mit Liese Riessberger, die im Nachkriegsdeutschland in Wittenmoos, einem kleinem Dorf im Schwarzwald, aufwächst. So richtig passt Liese nicht in das Provinzeleben. Zu groß, zu dünn, zu rothaarig, das reicht schon, um im Dorf als unangepasst zu gelten.

Als junge Frau heiratet sie Bernhard, den Sohn des Metzgers, der sich schnell als liebloser und unsensibler Ehemann und als desinteressierter Vater ihrer gemeinsamen Tochter Cora erweist.

Liese ist oft nicht glücklich, nimmt die Umstände aber hin und versucht das Beste daraus zu machen, bis Bernhard bei einem Unfall ums Leben kommt…

“Die Dinge sind halt, wie sie sind, aber jetzt hat sie Menschen gesehen, die daran nicht glauben.”

Lieses Tochter Cora, von der der zweite Teil des Romans handelt, ist eine ganz andere Persönlichkeit. Schon immer wild und freiheitsliebend, ist ihr der kleine Ort Wittenmoos bald zu eng, und es zieht sie in die Welt… 

Auch Eva, Coras Tochter und Lieses Enkelin, passt nicht in ein konventionelles Leben und sucht ihren eigenen Weg.

Die Riesinnen – Frauen wachsen über sich hinaus

Drei Generationen von Frauen, verwurzelt in diesem kleinen Dorf, umgeben vom Wald und tief und liebevoll miteinander verbunden. Die an den Umständen nicht zerbrechen, sich nicht beugen lassen vom Druck der Konventionen sondern sich selbst treu zu bleiben. Manchmal gehört dazu auch, sich von Träumen zu verabschieden und mit dem, was ist, zurecht zu kommen.

Ja, der Roman ist unglaublich toll und fesselnd geschrieben und mir gefielen die Charakterisierungen der Riesinnen mit ihrer Unkonventionalität und Naturverbundenheit sehr, sehr gut. Allerdings fand ich dieses patente „Eine Frau geht ihren Weg“ teilweise etwas überreizt. Den Riessbergers gelingt mit ihrer harten Arbeit, wie immer wieder betont wird, so gut wie alles was sie sich vornehmen, und sind mit bewundernswerter Resilienz ausgestattet.

Gerade der Schluss entspricht, wenn auch natürlich wunderbar passend und für den Roman wundervoll stimmig, leider nicht meinen eigenen Erfahrungen mit realen Wahrscheinlichkeiten. Aber es gehört vielleicht auch zur Magie des Romans, die die Riesinnen trotz aller Widrigkeiten ebenso mit einer guten Portion Glück beschenkt und die sicherlich viele Leser*innen verzaubern wird.

  • Die Riesinnen Hannah Häffner Klappentext

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