Grüne Welle von Esther Schüttpelz

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Grüne Welle Esther Schüttpelz Rezension

Ich werde mein Fazit zu „Grüne Welle“ gleich am Anfang droppen: Ich fand den ziemlich toll!

Ich meine, wer mag denn keine „Grüne Welle“?!? Ja, der Romantitel des neuen Romans von Esther Schüttpelz ist eine Referenz an den Ausdruck für eine hintereinandergeschaltete Grüne-Ampel-Welle. Die ist leider meinem Gefühl nach ziemlich selten.

Nicht so bei der Protagonistin des Romans. Als sie nach dem gemeinsamen Kinobesuch mit ihrer Freundin ins Auto steigt und zu ihrem Mann nach Hause zurückfährt, verpasst sie plötzlich die Ausfahrt (komisch, komisch) und dann die nächste auch. Sie nimmt sich vor, sobald die Ampel auf Rot schaltet, wird sie das Auto in Ruhe wenden und wieder die richtige Richtung einschlagen.

Aber das tut die Ampel nicht (komisch, komisch). Die Erzählerin fährt auf der grünen Welle.

Und während sie so fährt, denkt sie über vieles nach, auch über ihren Mann, der zu Hause sicher schon auf sie wartet. Es wird immer deutlicher, was ich bereits ahnte: Das Verpassen der Ausfahrt war vielleicht doch gar nicht so ein komischer Zufall.

Grüne Welle – nur ein komischer Zufall?

Parallel zur alterslosen und namenlosen Frau gibt es noch die alters- und namenlose Freundin der Frau. Die ahnt auch schon länger, dass in der Ehe der Frau so einiges nicht stimmt. Als besagter Mann die Freundin anruft um nach dem Verbleib seiner Frau nach dem Kinobesuch zu fragen, ahnt die Freundin, oder besser gesagt hofft, dass die Frau vielleicht endlich den Absprung, oder besser gesagt, die Abfahrt, geschafft hat.

Sie beschließt, dass sie der Frau helfen muss…

Der ganzen Geschichte mutet fast etwas märchenhaft an, erst spät in der Handlung bekommt die Erzählerin einen echten (?) Namen. Ich finde, dass Schüttpelz viel in der Schwebe hält und oftmals wenig konkret wird, was mir gut gefällt.

„Ich wollte ein ehrliches Buch schreiben, frei von Ironie und Zynismus“  sagt die Autorin sinngemäß in einer Online-Bloggerinnenveranstaltung über ihren Roman. Und so lichtet sich im Laufe der nächtlichen Fahrt auch der Wald aus Lügen, den sich die Erzählerin über die Jahre selbst gepflanzt hatte.

Der Schluss kommt einigermaßen überraschend, nur kleine Andeutungen verraten, dass er vielleicht nicht so zynisch ist, wie er vielleicht zunächst scheinen könnte.

  • Esther Schüttpelz
  • Grüne Welle Esther Schüttpelz Klappentext

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