Unsere unendlichen Tage von Claire Fuller

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Unsere unendlichen Tage Claire Fuller

Erschienen ist Fullers mehrfach preisgekrönter Roman im Original bereits 2025, auf Deutsch ist er nach den Erfolgen von „Eine englische Ehe“ und „Bittere Orangen“ erst 2021 erschienen.

Für mich hatte „Unsere unendlichen Tage“ alles, was für mich einen guten Roman ausmacht: einen unglaublich spannenden Plot, der auf zwei Zeitebenen spielt, psychologisch interessant gearbeitete Figuren und eine Dunkelheit, die unter dem Offensichtlichen liegt und für Fullers Stil typisch ist. Außerdem bedient das ganze Setting natürlich komplett meine Lesevorlieben.

Der Vater der achtjährigen Peggy beschließt nämlich, inspiriert durch seine Prepper-Freunde, mit seiner Tochter aus der Zivilisation auszusteigen und komplett in einer abgelegenen Hütte im bayrischen Wald zu leben.

Der kleinen Peggy, aus deren Ich-Perspektive der Roman erzählt ist, wird von ihm erzählt, dass ihre Mutter und der Rest der Welt tot und verloren sind und sie due beiden letzten Überlebenden. Eine mitgebrachte Puppe dient ihr als wichtiger Trost. Peggy wird die nächsten acht Jahre dort in der Hütte aufwachsen und mit ihrem Vater in diesem Wald leben. 

„Mit der letzten Kerbe, die mein Vater in den Rahmen ritzte, hörte für uns die Zeit auf, am 20. August 1976.“

Auf der anderen Zeitebene, acht Jahre später, ist Peggy aus dem Wald zurückgekehrt und lebt wieder bei ihrer Mutter. Sie hat in der Zwischenzeit einen Bruder bekommen, den sie jetzt kennenlernt, und findet sich nur mühsam wieder in ihre alte Umgebung ein. Es ist unklar, warum und wie Peggy wieder zurückgekommen ist und was mit ihrem Vater geschehen ist. 

Wo sind „unsere unendlichen Tage“?

Erst nach und nach erzählt Fuller, was Peggy und ihr Vater im Wald erlebt haben und wie alles miteinander zusammenhängt.

Als erfahrene Leserin ahne ich natürlich, wie das alles zusammenhängt, aber das ist gar nicht der Punkt, sondern von Fuller auch so beabsichtigt. Das ist die dunkle Ebene, die dir hinter Peggys Geschichte einfach schon das Herz bricht, weil du während dem Lesen die Wahrheit ahnst.

Ich bin wirklich schwer begeistert, wie sich der Roman nach einem fast zähen Einstieg dann zu einem absoluten Pageturner entwickelt hat. Und auch wenn ich Fullers Erzähltempo eher ruhig nennen würde, spart  sie gegen Ende nicht mit Action und Dramatik.

Wenn dir der Roman mal in einem Bücherschrank oder in der Bücherei auffällt, greif auf jeden Fall zu! Für mich war „Unsere unendlichen Tage“ ein Highlight, das sich auch so viele Jahre nach dem Ersterscheinen noch gelohnt hat!!

Aus dem Englischen von Susanne Höbel

P.S. Realitätscheck: 🌳 ich halte es übrigens für unmöglich, dass Fullers Szenario in Echt so ablaufen könnte, weil in unseren (deutschen) Wäldern haust niemand für Jahre unbemerkt. Unsere Wälder sind stark bewirtschaftete Kulturlandschaft und haben wirklich nichts mit unberührter wilder Natur zu tun, in der man unbemerkt verschwinden kann. Selbst die ausgewiesenen „Urwälder“ wären dafür einfach zu klein. Das tut aber meiner Begeisterung für den Roman keinen Abbruch ☺️.

  • Claire Fuller
  • Unsere unendlichen Tage Claire Fuller Klappentext

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