Migräne – Geschichte eines Schuldgefühls von Tamás Gyurkovics

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Migräne Geschichte eines Schuldgefühls Tamás Gyurkovics

Zvi Spielmann hat manchmal starke Kopfschmerzen, überfallartige Kopfschmerzen, die ihn so hart treffen, dass er sich übergeben muss. Zvi Spielmann hat Migräne.

In dem Roman von Tamás Gyurkovics stehen die Kopfschmerzen, wie der Titel „Migräne – Geschichte eines Schuldgefühls“ schon zeigt, für die großen Schuldgefühle, die den Portagonisten Zvi Spielmann plagen. Spielmann ist ein Überlebender der Shoa und lebt mittlerweile mit seiner Frau, ebenfalls eine KZ Überlebende, in Israel. Angstvoll verfolgt er die Berichterstattung der gerade stattfindenden Prozesse um mutmaßliche jüdische Kollaborateure, die sich während der Judenverfolgung den Nazi angedient hatten.

Seine Kopfschmerzen verstärken sich unermeßliche, als ein Shoa Überlebender, der während der Nazi Zeit viele Menschen gerettet hatte, als auf offener Straße als Nazischerge erschossen wird.

„Jetzt bricht alles an die Oberfläche, was vergraben war. Die Trauer, die Wut, der Wunsch nach Rache. Die Scham. Und was, wenn sie recht haben, und ich tatsächlich schuldig bin? Hast du daran nicht gedacht?“

„Wäre ich vielleicht drüben gestorben, würde man mich jetzt als Märtyrer verehren, Straßen nach mir benennen. Die Tatsache jedoch, dass ich am Leben geblieben bin, macht mich in den Augen meiner Landsleute verdächtig.“

Migräne – Geschichte eines Schuldgefühls

Dass nicht alle der geschwächten Kinder die Reise überleben, vergrößert sein Schuldgefühl. Jahre später hält er sich deswegen noch immer für einen Verräter und Versager. Er hat die Gefangenschaft im KZ überlebt und durch sein großes Schuldgefühl, das sich wie eine Schraubzwinge um seinen Kopf legt, sich nie wirklich frei oder glücklich gefühlt.

Die Einblicke in die von Schuld gequälten Seele Spielmanns werden von Gyurkovics eindringlich beschrieben. Ich will nicht sagen, nachfühlbar, denn wer könnte oder wollte diesen Abgrund nachempfinden?

Tamás Gyurkovics ist Kommunikationsspezialist für verschiedene Medien und sei 2010 als freiberuflicher Autor tätig. Er hat schon mehrere Romane über historische Persönlichkeiten, unter anderem Mengele, geschrieben und auch sein Protagonist Zvi Spielmann basiert auf der realen historischen Person des Zvi Spiegels. Dafür hat Gyurkovics sorgfältig recherchiert und die Lücken und vor allem die Gedankenwelt Spielmanns fiktiv ergänzt.

Ich würde also sagen, dass „Migräne – Geschichte eines Schuldgefühls“ die literarische Annährung an ein reales historisches Dilemma ist, das ich allerdings auf Grund seiner Schwergängigkeit nur wirklich thematisch sehr interessierten Leser*innen empfehlen würde.

  • Tamás Gyurkovics
  • Migräne Geschichte eines Schuldgefühls Tamás Gyurkovics Klappentext

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