DIE FABRIK von Hiroko Oyamada

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Die Fabrik Hiroko Oyamada

Mich faszinierte der surreale und abstrakte Schreibstil  schon in „Das Loch“. Thematisch hat mich auch „Die Fabrik“ wieder sehr angesprochen.

Das Verhältnis zwischen Mensch und moderner Arbeit steht in diesem Roman im Mittelpunkt. Das ist auch in meinem Leben ein Thema, das mich sehr beschäftigt.

Obwohl ich als Bauingenieurin eigentlich an ziemlich konkreten Projekten arbeite und vom Prozess bis hin zum fertigen Werk einen direkten Bezug habe, erscheinen mir die Firmenstrukturen und bürokratische Prozesse oft absurd.

In größeren, industriellen Fertigungsbetrieben (oder in Ämtern) wird die Entkoppelung der eigenen Tätigkeit von der Sinnhaftigkeit des Tuns von den Arbeitenden bestimmt noch wesentlich stärker empfunden.

In Oyamadas Roman ist „Die Fabrik“ ein unüberschaubar großer Komplex, von dem keiner mehr weiß ob und was er eigentlich herstellt. Oder wessen Zweck er eigentlich dient. Anhand dreier unterschiedlicher Figuren, die in der Fabrik unterschiedliche Arbeiten erledigen, zeigt Oyamada die Absurdität und Surrealität einer modernen Arbeitswelt.

Ein hoch qualifizierter und hochbezahlter Moosforscher wird beispielsweise eingestellt, mit unklarer Beschreibung seines Tätigkeitsfelds und ohne konkrete Zielvorgabe. Obwohl sein Job somit eigentlich absolut stressfrei und sorgenfrei ist, ist er nicht glücklich. Eine junge Frau, die eingestellt wurde um im Untergeschoß Akten zu schreddern, wird ausgesprochen schlecht bezahlt und hat merkwürdige Arbeitskolleg*innen. Sie fragt sich, ob so jetzt der Rest ihres Lebens aussehen wird. Und ein Korrekturleser fragt sich, ob ein übersehener Fehler wohl schwerwiegende Konsequenzen haben könnte. Oder ob das alles vielleicht nur ein großer Test seiner Arbeitsbereitschaft ist.

Wem dient „Die Fabrik“?

Ich würde ja sagen, dass Oyamada „Die Fabrik“ und die Arbeitssituationen ihrer Figuren überspitzt darstellt, aber 20 Jahre in der Arbeitswelt mit unterschiedlichen Stationen lassen mich anders empfinden.

Da die von ihr vorliegenden übersetzten Romane im Original bereits 2013 und 2014 erschienen sind, hoffe ich doch, dass ihre aktuellen Arbeiten jetzt vielleicht auch bald ins Deutsche übertragen werden.

  • Hiroko Oyamada
  • Die Fabrik Hiroko Oyamada Klappentext

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