Ich liebe die Berge und natürlich auch Romane über das Bergsteigen. So wurde ich auch von dem Cover und der Kurzbeschreibung von “Mehr Himmel, als gut für uns ist” von Dominika Meindl magisch angezogen. Und im Klappentext wird sogar eine projektierte Besteigung des Mount Everest durch den Protagonisten erwähnt – I’m all in.
Allerdings startet der Roman erst einmal ganz anders und kommt dann erst im letzten Drittel zu besagter Himalaya-Reise.
Aber auch davor gibt es genügend Bergsteiger Action. Arthur, der Ich-Erzähler und Protagonist, liegt nämlich gleich zu Beginn mit verletztem Knie in den österreichischen Bergen und kann unmöglich weitergehen. Rettung oder Hilfe rufen kann er selbst verschuldet auch nicht mehr. Und so bleibt ihm nur darauf zu hoffen, dass ihn irgendjemand vor dem Tod findet. Da bleibt ihm so einige Zeit, um über sein Leben und seine Lieben nachzudenken.
Für mich ist es das erste Buch von Meindl und ich bin überrascht, wie lustig und ungewöhnlich ihr neuer Roman ist, obwohl die österreichische Journalistin und Schriftstellerin wohl für ihre scharfzüngigen, humorvollen und gesellschaftskritischen Texte bekannt ist.
Mehr Himmel, als gut für uns ist – gibt es das überhaupt?
Ungewöhnlich und sehr spannend finde ich, wie sie mit gängigen Romankonstruktionen bricht und eben nicht die mutmaßlichen Erwartungen der Leser*innen erfüllt. Auch ich hatte an einen anderen Verlauf der Geschichte gedacht und blieb des Öfteren ohne befriedigende Auflösung. Doch darum geht es Meindl nicht, es geht ihr gerade um ein Störgefühl, wie es auch ihren Erzähler Arthur öfter überfällt.
Im Laufe des Romans eröffnet sich außerdem eine kleine Metaebene und ich zweifle kurz, ob die Autorin Dominika Meindl wirklich existiert. Warum musst du aber selber herausfinden ☺️.
Ein Thema das Meindl immer wieder aufgreift ist der Overtourismus. Und zwar nicht nur der offensichtliche, wie wir ihn wohl alle von den Dokus, Reportagen und Bildern vom Mount Everest kennen, sondern auch der in ihrem Heimatland Österreich.
“Einmal möchte ich noch darüber nachdenken, was uns seit der Jahrtausendwende in solchen Massen an Orte treibt, die wir damit ruinieren.”
Für mich war “Mehr Himmel, als gut für uns ist” gerade perfekt, da ich gerade selbst als Touristin in der gleichen österreichischen Region Bergtouren gemacht habe wie Arthur, und gleichzeitig ein recht willkommener Bruch mit meinen Lesegewohnheiten.
Vielen lieben Dank an den österreichischen Picus Verlag und dem Portal Vorablesen für das interessante Rezensionsexemplar. Danke und viel Erfolg an Dominika Meindl für ihren neuen Roman!




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