Am Ende der Kleinigkeiten von Franziska Hauser

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Am Ende der Kleinigkeiten Franziska Hauser Rezension

So einen Roman hätte auch Franziska Hauser schreiben können mit ihrer Geschichte über ihre Protagonistin Irma.

Hat sie aber nicht.

Sie hat genau das Gegenteil eines ernsten und super schwergewichtigen Romans geschrieben, obwohl es der Stoff genauso hergegeben hätte.

„Ich glaube, ich war im Leben meiner Mutter irgendwann nur noch eine vermeidbare Randerscheinung. Sie erzog mich mit der Überzeugung, eigentlich nicht für mich zuständig zu sein.“

Die beiden leben in einer Art alternativer Gemeinschaft, die „Zeugland“ heißt und die von Irmas Mutter aufgebaut wurde. Dort gibt es im Idealzustand nur gemeinsamen Besitz und keine konventionellen Familienstrukturen. So weiß dort auch niemand, welcher der Männer der echte biologische Vater von Irma ist, und sie wird von der Gemeinschaft mit großgezogen.

Am Ende der Kleinigkeiten steht der Anfang von…?

Mit 15 erträgt Irma die Behandlung und die Lieblosigkeit ihrer Mutter nicht mehr, und sie flüchtet in die nächste Stadt.

„Ich könnte jedes erdenkliche Leben führen, wenn ich nur erst da wäre, wo mich niemand kannte, dachte ich.“

Dort landet sie zufällig im Theater und findet dort schnell Anschluss und eine neue Wahlfamilie. Und eine Zukunftsperspektive. Irma möchte Schauspielerin werden.

Diese fast schon patente Lebenstauglichkeit von Irma könnte mich fast schon nerven, wenn sie nicht auch so verletzlich wäre. Irma ist jung und hat wenig Lebenserfahrung, was durch ihre Kindheit in der Zeuglandgemeinschaft noch betont wird. Natürlich ist sie Übergriffen ausgesetzt und wird ausgenutzt und gerät an die Männer und Freundinnen, die nicht gut für sie sind.

Und sie wird ungeplant und dann doch gewünscht eine sehr junge Mutter.


„Ich wollte eine Mutter sein, um meine eigene loszuwerden. Um alles vollkommen anders zu machen, weil ich einen Fluch brechen musste.“

Mir war Hausers Roman streckenweise ein bisschen zu breit erzählt und persönlich mag ich vielleicht Texte mit einem etwas melancholischerem Unterton wie beispielsweise Irmgard Keun das in „Das kunstseidene Mädchen“ umgesetzt hat lieber. Und doch könnten Keuns und Hausers Frauenfiguren zeitenübergreifend miteinander verwandt sein. 

  • Franziska Hauser
  • Am Ende der Kleinigkeiten Franziska Hauser Klappentext

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