Medusa in Paradise von Laura Melina Berling

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Medusa in Paradise Laura Melina Berling

Natürlich wollte ich ihren ersten Roman lesen, zumal auch der Klappentext viel Unterhaltung versprach.

Als Cara nach dem Absturz zu sich kommt, hat sie nur eine vage Erinnerung an den Absturz. Auch wer sie ist und wie sie gelebt hat, bevor sie in dieses Flugzeug gestiegen ist, ist ihr kein Begriff mehr. 

Zum Glück kümmern sich die anderen Frauen, die den Absturz ebenfalls überlebt haben, gut um sie. Und erklären ihr, was sie bis jetzt über ihre Situation herausgefunden haben.

Scheinbar ist ein Teil des Flugzeugs auf einer abgelegenen Insel abgestürzt und nur Frauen gehören zu der Gruppe von Überlebenden. Wasser und Essen sind erst mal kein Problem, da frau sich noch aus dem Gepäck bedienen kann. Alle Handys und elektrischen Geräte sind außer Betrieb.

Um die allgemeine Vorgehensweise und die nächsten Schritte zu besprechen, werden in der Gruppe regelmäßige Diskussionstreffen veranstaltet.

Doch als Cara an einer dieser Runden teilnimmt, stellt sie fest, dass statt über Nahrungsbeschaffung und eine mögliche Rettung zu diskutieren, sich die Gruppe in detaillierten Diskussionen über das richtig Wording, Klassenbewusstsein und Identitätspolitik verliert.

“Müssten wir nicht ums Überleben kämpfen?

Anne nickt.

Ja, das wäre besser.”

Keine Frage, der Plot des Romans will als große Parabel verstanden werden. Schon im Vorfeld weist Berling darauf hin, dass in dem Roman Aussagen getätigt werden, die aktuelle feministische Diskurse abbilden. Und in der Tat reden die Figuren wie ein buntes Sammelsurium an Instagram Kacheln. Als Mensch, der einigermaßen viel Zeit auf Social Media verbringt, sind mir schon viele der Standpunkte und Meinungen begegnet, die von den einzelnen Personen auf der Insel wiedergegeben werden und die feministische Online-Diskussionen widerspiegeln. Die Ziele sind hehr, der Weg dorthin allerdings gepflastert mit potentiellen Shitstorms

“Ich will ja nur einen safe Space kreieren ohne Rassismus, Sexismus, Cis-Sexismus, Heteronormativität, Queerfeindlichkeit, Anti-semitismus, Adultismus, Ageism, Lookismus, Bodyismus, Ableismus, Speziesismus, Mentalismus, Tin*feindlichkeit …”

“Medusa in Paradise“ – nur für feministische Insider?

Ich beziehe mich bewusst auf Online-Diskussionen, denn ich kenne die erwähnte Diskurse jetzt ausschließlich von Social Media. Bis in meine analoge Welt im sehr ländlichen Bayern sind Begriffe wie intersektionaler Feminismus, RadFem und TERF noch nicht vorgedrungen. Das ist in größeren Städten oder auf der Insel in „Medusa in Paradise“ offensichtlich anders. 

Ich will damit sagen, die im Roman verarbeiteten Diskurse sind vermutlich hauptsächlich für Leser*innen zugänglich, die sich mit aktuellen feministischen Strömungen beschäftigen.

  • Laura Melina Berling
  • Medusa in Paradise Laura Melina Berling Klappentext

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