Weisser Sommer von Eva Pramschüfer

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Weisser Sommer Eva Pramschüfer

Es geht ja in der Buchbubble das Gerücht um, dass junge Schriftsteller*innen von zeitgenössischer Literatur in letzter Zeit gerne einer neuen Lust am Prekariat frönen. Ein Vorwurf, den man dem Debütroman „Weisser Sommer“ von Eva Pramschüfer sicher nicht machen kann.

Ihre beiden Hauptfiguren Théo und Alma sind jung, attraktiv, haben finanziell keine existenziellen Sorgen und ihnen stehen für die Gestaltung ihres zukünftigen Lebens unzählige Optionen offen.

Zu viele Optionen?

Als Alma und Théo sich zufällig kennenlernen, sind sie voneinander fasziniert und verlieben sich sofort. Sie scheinen aus verschiedenen Welten zu kommen, er Franzose und Sohn eines alleinerziehenden Vaters, der aus finanziellen Gründen Grabsteine haut, statt seine Kunst als Bildhauer zu verwirklichen. Sie Deutsche und wohlhabende Tochter einer ehemaligen Ballerina und eines gutverdienenden Anwalts. 

Aber der Sommer geht vorüber und ihnen werden die Unterschiede zwischen ihnen immer deutlicher. Immer mehr Unausgesprochenes drängt sich zwischen sie. 

Auch Pramschüfer zeigt, wie unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten und der mitgebrachte Familienhintergrund ein Paar belasten kann. Die Fragen, die sich oft mit Mitte Zwanzig stellen, stellen das Liebespaar vor große Herausforderungen. 

Was will ich von meinem Leben? Will ich eine Beziehung? Kinder? Sex mit anderen? Wie sehr will ich mich meiner Kunst verschreiben und kann ich davon leben? Weder Théo noch Alma haben darauf schon Antworten und suchen die Orientierung im miteinander. Das ist eine zu große Verantwortung für die junge Beziehung und die Risse werden immer größer.

Dabei wünschen sich eigentlich beide die bedingungslose Liebe und sich einander wirklich nahe zu sein. Aber ist das überhaupt möglich, ohne sich selbst aufzugeben?

Weisser Sommer – der letzte Sommer?

Aber Pramschüfer schafft es mühelos mir einen Zugang zu Théos und Almas Lebensrealität zu öffnen und die Gefühlswelt ihrer Figuren absolut nachfühlbar zu beschreiben. Ich finde ihren Schreibstil wunderbar fein beobachtend und emotional sehr nahbar.

Am allerbesten finde ich allerdings den Schluss, der mich, anders als bei vielen anderen Liebesromanen, komplett erfüllt, glücklich und traurig zugleich aus dem Roman entlässt.

Ich denke, „Weisser Sommer“ wird viele Leser*innen begeistern und auch von mir gilbt es eine Leseempfehlung für diese bittersüße und moderne Liebesgeschichte.

  • Eva Pramschüfer
  • Weisser Sommer Eva Pramschüfer Klappentext
  • Weisser Sommer Eva Pramschüfer Hörbuch

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