Der andere Arthur von Liz Moore

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Der andere Arthur Liz Moore Rezension

„Letztendlich war es die Einsamkeit, die uns zueinanderführte und miteinander verband.“

Arthur Opp ist einsam. Mehr noch. Arthur Opp ist nicht nur einsam, Arthur Opp hat seit einem Jahrzehnt das Haus nicht verlassen und wiegt scheinbar über 250 Kilo.

Mit einigem Wehmut denkt er oft an eine junge Frau, die er vor 20 Jahren in seiner Vorlesung kennengelernt hatte und mit der er noch Jahre danach eine intensive Brieffreundschaft führte. Doch auch die ist schon lange eingeschlafen. Eines Tages ruft ihn plötzlich eben jene, jetzt nicht mehr ganz so junge Frau, an, scheinbar betrunken, und bittet ihn, sich um ihren Sohn zu kümmern.

Und das ist nicht die einzige Aufregung, die Arthurs Leben zur Zeit durcheinander bringt. Seine junge Reinigungskraft Yolanda bringt neuen Wind (und Sauberkeit) in sein Leben.

Okay, also natürlich ist „Der andere Arthur“ ein ganz wunderbarer und herzerwärmender Roman, der völlig zurecht seine Leserschaft begeistert. Es muss ein Anzeichen meiner innerlichen Verrottung und Schwärze sein, dass ich mich nicht so recht für die liebenswerten Figuren aus Brooklyn begeistern kann. Mir fehlt in den Figuren eben genau diese Verrottung und Schwärze. Moore legt ihre beiden Arthurs und die Nebenfiguren trotz ihrer schweren Lebensbedingungen derart knuffig und liebenswert an, dass ich den Roman wirklich als Wohlfühlroman einstufen würde. Besonders die junge Yolanda und Kels Freundin Lindsay mit ihren unkomplizierten Pick-me-Girl-Vibes gehen mir ziemlich auf die Nerven. Bei dem adipösen Arthur liegen offensichtlich schwerwiegende psychische Probleme vor, aber die muntere Yolanda erreicht mit selbst gemachten Obstsalat und einem Spaziergang gleich eine tiefgreifende Veränderung? 

Wer ist der andere Arthur?

So sehe ich es als sehr hoffnungsvolles Zeichen, wenn ein Roman wie „Der andere Arthur“ auf so viel positive Resonanz stößt.

Was denkst du?

‼️ Nachtrag: Dank eines Hinweises in den Kommentaren weiß ich jetzt, dass mein unbedacht geäußerter zynischer Verdacht jeglicher Grundlage und entbehrt und absolut ungerechtfertigt ist, da „Heft“, wie „Der andere Arthur“ im Original hieß, bereits 2012 erschien (vielleicht sollte ich an meinem Mindset arbeiten …oder besser recherchieren…)

  • Liz Moore
  • Der andere Arthur Liz Moore Klappentext

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2 Antworten zu „Der andere Arthur von Liz Moore“

  1. Avatar von Annette
    Annette

    Bei Deiner Rezension ist zu bedenken, dass es sich bei diesem Titel um ein Frühwerk der Autorin handelt aus dem Jahre 2007, das der Verlag im Kielwasser des erfolgreichen „Gott des Waldes“ veröffentlichte. Ein üblicher und nachvollziehbarer Vorgang von Verlagen. Insofern ist deine Vermutung, Liz Moore steuert mit diesem Buch nun kommerziellere Gewässer an, nicht haltbar. Ich finde „Der andere Arthur“ ist eine gelungene Fingerübung für ihre später erschienenen Krimis.
    LIebe Grüße

    1. Avatar von Burnerdano

      Stimmt, ich sehe es auch gerade im Index, das Original erschien schon wesentlich früher!
      Danke für deinen Hinweis und du hast natürlich recht, meine Theorie ist damit definitiv nicht zutreffend 🧡.

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