Nachdem ich das Buch gelesen hatte, 44 Seiten, großzügige Setzung, 15 Minuten Lesezeit, habe ich mich schon gefragt, warum ich bei dieser Ausschlachtung der letzten Details von Ingeborg Bachmanns Leben teilhabe.
Mich hatte der Name der Autorin Fleur Jaeggy gelockt und angesprochen, die ich von ihrem Kurzgeschichtenband „Ich bin der Bruder von XX“ kenne und als scharfsichtige Schriftstellerin schätze.
Und natürlich der Name Ingeborg. Ingeborg Bachmann. Für mich immer noch das Enigma. „Die letzten Tage von Ingeborg“ sollte meine Lektüre der neuesten Biografie von Andrea Stoll ergänzen.
Jaeggy erzählt, genau wie der Titel verspricht, von den letzten Tagen der Schriftstellerin, die schwer verbrannt mehrere Tage lang in einem italienischen Krankenhaus stirbt.
Es sind unangenehme 15 Leseminuten.
Ich kenne die Einzelheiten der dramatischen letzten Tage des Lebens von Ingeborg Bachmann schon aus den Schilderungen und Erinnerungen ihres Bruders Heinz. Der dabei vielleicht weniger literarisch, aber wesentlich feinfühliger vorgeht.
Puhh….jaaaa
Ich kann es schlecht konkretisieren, aber während ich die Zeilen von Jaeggy lese, fühle ich mich extrem voyeuristisch. Es fühlt sich in diesem Fall für mich falsch an, mich an der gelungenen und verknappten Ausdrucksweise Jaeggys zu erfreuen. Was komisch ist, schätze ich doch sonst eine literarische Aufarbeitung historischer Traurigkeiten sehr.
Ja, es gibt eingangs ein paar sehr schöne Passagen, in denen Jaeggy, die mittlerweile, anders als ihre Freundin Ingeborg, ein hohes Alter erreicht hat, über die Natur der Zeit philosophiert und sie mit dem Zeitverständnis Bachmanns abgleicht. Dieser Teil hat mir sehr gefallen.
Aber wenn du dich wirklich für die letzten Tage von Ingeborg interessierst, empfehle ich dir „Ingeborg Bachmann, meine Schwester“ ihres jüngeren Bruders Heinz Bachmanns, wo er gleich am Anfang nochmals auf den tragischen und vermutlich vermeidbaren frühen Tod Bachmanns eingeht und auch die weiteren Ereignisse schildert, die die Familie damals zutiefst erschütterte.
Erschienen beim Suhrkamp Verlag., aus dem Italienischen von Barbara Schaden





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