„Spiel das Spiel“ ist nach „Die jüngste Tochter“, das mit dem Internationalen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, der zweite Roman der französischen Schriftstellerin Fatima Daas.
Auch in ihrem neuen Roman beschäftigt sich die Tochter algerischer Eltern mit Themen wie Herkunft und Klasse, Coming-of-age und Homosexualität.
Ihre Protagonistin und Ich-Erzählerin Kayden ist 17 und lebt mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester in einer kleinen Wohnung in einem Vorort von Paris. Gemeinsam mit ihren Freund*innen besucht sie die öffentliche Schule, wo die letzte Zeit in Oberstufe angebrochen ist. Es werden diie Weichen für die Zukunft gestellt.
Kayden macht sich wenig Illusionen. Vom Rand der Gesellschaft dringt kaum jemand aus ihrem Viertel bis in die Mitte oder gar bis weiter naoch oben vor.
Zwar gibt es an vielen Universitäten Programme zur Bildungsförderung und zur Integration, doch eigentlich unterstreichen die Bemühungen um mehr Diversität noch deren Nichtvorhandensein. Es wird Demut und Dankbarkeit von den wenigen auserwählten Stipendiaten*innen erwartet.
Und dass sie sich a die Spielregeln halten.
Kayden liebt es, ihre Gedanken und Gefühle schriftlich auszudrücken und hat darin ein großes Talent. Ihr literarisches Können fällt auch ihrer neuen Französischlehrerin, Madame Fontaine, auf, die sich daraufhin um sie bemüht.
Die Lehrerin sieht in ihr das Potenzial und schlägt vor, ihr bei der Bewerbung für die renommierten Pariser Hochschule für Politik und Verwaltung, Science Po, zu helfen.
Spiel das Spiel – aber wer macht die Regeln?
Kayden ist geschmeichelt von Madame Fontaines Interesse und entwickelt eine Schwärmerei für die attraktive und unkonventionelle Lehrerin. Auch Madame Fontaine scheint sich über das Schulische hinaus für Kayden zu interessieren.
Fatima Daas beschreibt Kaydens Zwiespalt zwischen der Hoffnung, dass ihr vielleicht der Weg zu einer besseren und elitäreren Bildung offen stehen könnte. Und dem zynischen Verdacht, dass ihre Träume lächerlich und sinnlos sein könnten. Daas zeigt wie stark der soziale Determinismus und die Undrurchdringlichkeit der Klassenschranken in Frankreich immer noch sind.
Das Machtmonopol der Bildungsinstitutionen spiegelt sich im Machtgefälle der Beziehung zwischen Kayden und ihrer Lehrerin.
Für mich war es der erste Roman von Fatima Daas und ich habe ihn mit großen Interesse gelesen. Ihren Stil würde ich als literarisch und distanziert beschreiben, wie ich das schon bei anderen französischen Schriftstellerinnen wie beispielsweise Marie NDiaye gelesen habe, gleichzeitig aber sehr gut zugänglich und lesbar.
Wenn du dich für gesellschaftskritische Literatur interessierst, sind die Romane von Fatima Daas auf jeden Fall eine Empfehlung für dich!
Vielen lieben Dank an den claassen Verlag und die Ullstein Buchverlage für das schöne Rezensionsexemplar. Danke und viel Erfolg an Fatima Daas für ihren neuen Roman!
Aus dem Französischen von Sina de Malafosse





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