„Mit „Iris“ schreibt sich Laura Freudenthaler in den Kanon der feministischen Literatur ein, in einer Reihe mit Ingeborg Bachmann, Elfriede Jelinek und Marlen Haushofer.“
So stand es im Pressetext zu „Iris“, dem neuen Roman der österreichischen Schriftstellerin Laura Freudenthaler.
Klar, dass ich diesen „neuen großen“ Roman lesen musste. Wobei, eigentlich hätte mich schon der Verweis auf Elfriede Jelinek stutzig werden lassen können, denn ich hatte letztlich erst mit „Die Klavierspielerin“ große Probleme.
Es stellte sich nämlich relativ schnell heraus, dass ich auch mit „Iris“ große Probleme habe. Verständnisprobleme. Ich rede hier davon, dass ich schlicht Schwierigkeiten hatte, sowohl dem Text als auch dem Inhalt zu folgen.
Das liegt zum Teil daran, dass Freudenthaler ihren Text ohne Punkte, sondern nur mit Kommata gestaltet. Auch Dialoge fließen ohne Anführungszeichen, nur durch Kommata getrennt, ineinander. Diese Textgestaltung habe ich bereits in „Leichter Schwindel“ der japanischen Autorin Mieko Kanai gelesen und fand sie dort stimmig eingesetzt.
Ich könnte jetzt spekulieren, dass Freudenthaler ebenfalls mit der Ausuferung und der Unbegrenztheit ihres Satzes das Hauptthema des Romans, nämlich die Unbegrenztheit von weiblicher Gewalterfahrung, unterstreichen will.
Ihre titelgebende Protagonistin Iris bewegt sich als Schriftstellerin auf den Spuren dieser Gewalterfahrungen und recherchiert beispielsweise zur Geschichte der Hexenverbrennungen. Auch befindet sich Iris selbst im Spannungsfeld der Gewalt. Mit ihren Partnern hat sie Casual Arrangements und definitiv keinen Vanillasex, sondern lässt sich von ihnen und spielerisch (?) gewaltsam sexuell dominieren. Ich würde schon sagen, dass bei einigen Sexszenen die Grenzen verschwimmen, aber ich habe hier Schwierigkeiten bei der Interpretation.
Ebenfalls Schwierigkeiten hatte ich bei der Interpretation der „tiefen Erschütterung“, die laut Pressetext Iris Arrangement mit Anton erfährt, aber ich habe eine Ahnung.
Ich ahne, dass es mit einer für Frauen* einzigartigen Lebensveränderung und Überwältigung zu tun hat, was wiederum im Kontext von Freudenthalers feministischer Ausrichtung des Romans steht.
Ich hatte 2023 schon „Arson“ von Laura Freudenthaler gelesen, der mich gleichermaßen gefordert wie fasziniert hatte. „Iris“ hat mich jetzt zu sehr überfordert, als dass er mich hätte faszinieren können. Leider.
Vielen lieben Dank an den Jung und Jung Verlag für das Rezensionsexemplar mit dem mysteriösen Cover und Inhalt. Danke und viel Erfolg an Laura Freudenthaler für ihren neuen Roman!




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